Vortrag über Gerhard Schlikker und die Geschichte der Villa_ Die Auslassung des Namens Schlikker bei der Neueröffnung der „Villa_ Forum für Erinnerungskultur und Zeitgeschichte“ im Museumsquartier Osnabrück hat maßgeblich mit der Person Gerhard Schlikker (1874–1964) zu tun. Am 9. April um 18:30 Uhr spricht der Historiker Dr. Thorsten Heese im Museumsquartier Osnabrück über die Biografie Schlikkers und die Geschichte der „Villa Schlikker“.
Gerhard Schlikker war seit 1926 Eigentümer des Gebäudes am Heger Tor und stellte es 1932 der NSDAP für ihre Zwecke zur Verfügung. Der Vortrag geht der Frage nach, wer Gerhard Schlikker war und wie eng seine Biografie mit der Geschichte des Hauses verbunden ist. Was lässt sich über sein Verhalten während der NS-Zeit feststellen? Schlikker war Parteigenosse – doch wie viel „Nationalsozialismus“ steckte tatsächlich in ihm? Und wie rechtfertigte er sein Handeln nach dem Zweiten Weltkrieg?
Der Vortrag nimmt zudem eine übergreifende Perspektive ein: Was lässt sich aus dem Verhalten von Menschen wie Gerhard Schlikker lernen, wenn man den Übergang von einer republikanischen zu einer diktatorischen Gesellschaft betrachtet? Im Mittelpunkt steht dabei der biografische Zugang zur Geschichte des Nationalsozialismus und die Frage nach den Handlungsspielräumen der Menschen in jener Zeit.
Die Veranstaltung ist Teil der Reihe „Topografien des Terrors“. Die Vortragsreihe widmet sich dem Phänomen von Diktatur und autoritärer Staatsführung sowie deren Folgen für offene und demokratische Gesellschaften. Der Eintritt beträgt 3 Euro, für Personen unter 18 Jahren ist der Eintritt frei.