Judenvertreibungen um 1400 im Fokus eines Vortrags im Museumsquartier Osnabrück Mit einem Vortrag von Dr. Christoph Cluse, Universität Trier, lädt das Museumsquartier Osnabrück am 2. Juni um 18 Uhr zu einer weiteren Veranstaltung im Rahmen der Ausstellung „Van den Yoden“ ein. Unter dem Titel „Von Heidelberg bis Osnabrück – Judenvertreibungen um 1400 und die Rolle der christlichen Gelehrten“ widmet sich der Historiker den frühen Auflösungen jüdischer Gemeinden in Städten wie Heidelberg, Trier, Köln und Osnabrück.
Osnabrück gehört mit den Jahren 1424/26 zu den Orten, in denen jüdische Gemeinden bereits vergleichsweise früh vertrieben wurden. In den zeitgenössischen Quellen wurde dies vor allem mit dem jüdischen Geldverleih gegen Zinsen, dem sogenannten „Wucher“, begründet. Zugleich führten christliche Juristen und Theologen intensive Debatten darüber, ob auch andere Formen des Kredits, insbesondere der sogenannte Rentenkauf, als „wucherisch“ zu bewerten seien.
Der Vortrag geht den Zusammenhängen zwischen diesen Diskussionen am Beispiel des Kölner Theologen Dietrich Kerkering von Münster nach. Dieser war Teil eines Netzwerks christlicher Gelehrter, das in den Jahrzehnten um 1400 Einfluss auf politische Entscheidungsträger ausübte und damit auch zur gesellschaftlichen Ausgrenzung jüdischer Gemeinden beitrug.
Der Eintritt zur Veranstaltung ist frei.