Sonderausstellung
Das Ausstellungsprojekt widmet sich einem zentralen Thema im Werk von Felix Nussbaum (1904–1944): der Maske. Zum ersten Mal wird dieses Motiv, das sich durch alle Schaffensphasen des Künstlers zieht, umfassend untersucht. Nussbaums Maskendarstellungen werden dabei künstlerischen Positionen seiner Zeit gegenübergestellt, darunter Otto Dix, Lea Grundig, Karl Hofer, Alexander Kanoldt und Emil Nolde.
Masken, Grimassen und Verkleidungen spielen in Nussbaums Bildern eine besondere Rolle. Sie sind Mittel der künstlerischen Selbstreflektion in Zeiten persönlicher, gesellschaftlicher und politischer Unsicherheit und Bedrohung. Als Objekt der Tarnung und Verstellung, des Rollenspiels und der Suche nach der Wahrheit hinter der Maskerade griff Nussbaum vor allem während seiner Zeit im belgischen Exil ab 1935 auf das Motiv zurück.
Mit Leihgaben aus dem In- und Ausland sowie Werken aus der eigenen Sammlung schließt die Ausstellung eine Lücke in der Nussbaum-Forschung. Um zugleich die Aktualität des Themas im Hinblick auf "Maske" und Identitätsbildung in Zeiten gesellschaftlichen und politischen Wandels deutlich zu machen, widmen sich Begleitpublikation und Vermittlungsangebot weiterführenden kulturellen, soziologischen und psychologischen Fragen. Auf diese Weise wird deutlich, wie aktuell Nussbaums Fragen nach Identität, der eigenen Rolle, von Schutz, Sicherheit und Freiheit bis heute sind.