Vortrag lädt zur Auseinandersetzung mit Inklusion und Zugehörigkeit ein
Begriffe wie Inklusion, Integration, Exklusion oder Segregation sind heute in vielen gesellschaftlichen Debatten präsent. Gleichzeitig bleibt oft unklar, was genau hinter diesen Begriffen steckt und welche Vorstellungen von Gemeinschaft und Zusammenleben sie transportieren. Ein öffentlicher Vortrag von Dr. Lisa Oermann im Diözesanmuseum Osnabrück widmet sich diesen Fragen und lädt zu einer differenzierten, gut verständlichen Auseinandersetzung ein.
Der Vortrag richtet sich an Menschen mit und ohne fachliche Vorkenntnisse. Ziel ist es, zentrale Begriffe rund um Inklusion verständlich zu erklären und voneinander abzugrenzen. Dabei geht es um Orientierung und ein besseres Verständnis für Prozesse von Zugehörigkeit und Ausschluss, wie sie im Alltag, im Arbeitsumfeld oder im Ehrenamt erlebt werden.
Referentin des Abends ist Dr. Lisa Oermann. Sie verfügt über langjährige Erfahrung in Wissenschaft, Praxis und Beratung rund um Inklusion und Teilhabe. Sie war unter anderem in der Forschung, in Werkstätten für Menschen mit Behinderung sowie in der unabhängigen Teilhabeberatung tätig und arbeitet heute als selbstständige Referentin.
Ein Schwerpunkt des Vortrags liegt auf unterschiedlichen Denkweisen über Gruppen: Definieren wir Gruppe als eine Anzahl von Menschen mit den gleichen Merkmalen? Oder ist es die Interaktion untereinander, die Menschen zu einer Gruppe werden lässt? Die jeweilige Perspektive hat Auswirkungen auf das Verständnis von Inklusion und die gesellschaftlichen Konsequenzen. Anhand anschaulicher Beispiele wird gezeigt, wie diese Perspektiven unser Handeln beeinflussen – oft ohne dass wir uns dessen bewusst sind.
Der Vortrag versteht sich als Einladung zum Perspektivwechsel. Er möchte sensibilisieren für die Frage, wie Zugehörigkeit entsteht und welche Rolle Sprache, Haltung und Strukturen dabei spielen. Dabei geht es nicht um Schuldzuweisungen, sondern um ein gemeinsames Nachdenken darüber, wie Räume gestaltet werden können, in denen möglichst viele Menschen ihren Platz finden.
Im Anschluss besteht Gelegenheit zum Austausch und zur Diskussion.